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Ihre Rechte als Arbeitnehmer.

Bei einer Kündigung

Eine Kündigung ruft für Betroffene eine sehr schwierige Situation hervor. Oftmals kommt sie plötzlich und unerwartet. Nicht selten sind die Gründe nur schwer bis gar nicht nachvollziehbar. Für den Arbeitnehmer und seine Familie bedeutet eine Kündigung eine emotionale Achterbahnfahrt, während der er sich nicht noch mit der rationalen Prüfung dieser auseinandersetzen kann. Um Ihnen einen schnellen Überblick über Ihre Rechte zu geben, haben wir Ihnen hier die wichtigsten Informationen rund um die Kündigung zusammengestellt.

Auf welche Weise kann eine Kündigung des Arbeitsverhältnisses erfolgen?

Ein Arbeitsverhältnis kann von beiden Seiten durch ordentliche und außerordentliche Kündigung beendet werden. Sie unterscheiden sich maßgeblich dadurch, dass die außerordentliche Kündigung die sofortige Beendigung des Arbeitsverhältnisses beabsichtigt, während bei der ordentlichen Kündigung eine Kündigungsfrist eingehalten werden muss.

Bei der ordentlichen Kündigung durch den Arbeitgeber ist zwischen kleinen und großen Betrieben zu unterscheiden. Als kleine Betriebe gelten Betriebe mit weniger als 10 Mitarbeitern, wobei Teilzeitkräfte und Auszubildende auch nur zu Bruchteilen berücksichtigt werden. Der Unterschied zwischen kleinen und großen Betrieben besteht in der Anwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetzes. Das Kündigungsschutzgesetz ist ein Regelwerk, das Arbeitnehmer vor ungerechtfertigten Kündigungen schützt. Es findet Anwendung ab einer Betriebsgröße von zehn Mitarbeitern und einer Betriebszugehörigkeit des Arbeitnehmers von mehr als sechs Monaten.

Die ordentliche Kündigung durch den Arbeitnehmer

Unter welchen Voraussetzungen kann ich als Arbeitnehmer ordentlich kündigen?

Wenn Sie als Arbeitnehmer Ihren Arbeitsplatz ordentlich kündigen müssen, müssen Sie zwei Kriterien erfüllen: 1. müssen Sie eine schriftliche Kündigungserklärung abgeben und 2. müssen Sie die Kündigungsfrist einhalten. Einen Kündigungsgrund braucht ein Arbeitnehmer übrigens nicht. Hier gilt der sog. Grundsatz der Kündigungsfreiheit


Was ist eine Kündigungserklärung und was ist zu beachten?

Mit der Kündigungserklärung müssen Sie zum Ausdruck bringen, dass Sie das Arbeitsverhältnis beenden möchten. Diese Erklärung muss nach § 623 BGB schriftlich abgegeben werden. Im Arbeitsrecht ist dafür Ihre eigenhändige Unterschrift unter dem Kündigungsschreiben notwendig.


Welche Kündigungsfrist muss ich einhalten?

Bei der Kündigungsfrist ist zunächst ein Blick in den Arbeitsvertrag vorzunehmen. Steht dort eine Frist, ist diese in der Regel zu beachten. Gesetzlich gilt nach § 622 BGB, dass eine Kündigung des Arbeitnehmers mit einer Frist von vier Wochen zum 15. eines Monats oder zum Monatsende zu erfolgen hat. Sollte Ihr Arbeitsvertrag längere Fristen vorsehen, ist das zulässig, sofern nicht die Fristen für den Arbeitnehmer länger sind, als für den Arbeitgeber.

Die ordentliche Kündigung durch den Arbeitgeber

Unter welchen Voraussetzungen kann mein Arbeitgeber mir ordentlich kündigen?

Die ordentliche Kündigung durch den Arbeitgeber unterliegt deutlich mehr Voraussetzungen. Auch hier ist eine schriftliche Kündigungserklärung notwendig. Sollte ein Betriebsrat bestehen, ist dieser vor der Kündigung anzuhören. Auch der Arbeitgeber muss die vereinbarte oder gesetzliche Kündigungsfrist einhalten. Außerdem muss ein Kündigungsgrund vorliegen.


Was ist bei der Kündigungserklärung des Arbeitgebers zu beachten?

Mit der Kündigungserklärung muss der Arbeitgeber zum Ausdruck bringen, dass er das Arbeitsverhältnis beenden möchte. Diese Erklärung muss nach § 623 BGB schriftlich abgegeben werden, das bedeutet, dass eine eigenhändige Unterschrift des Abreitgeber oder eines Vertreters unter dem Kündigungsschreiben notwendig ist.


Wie kann ich mich gegen eine ordentliche Kündigung wehren?

Sind Sie der Meinung, eine außerordentliche Kündigung zu Unrecht erhalten zu haben, können Sie innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung beim zuständigen Arbeitsgericht Kündigungsschutzklage erheben. Wird die Klage nicht innerhalb von drei Wochen erhoben, wird die Kündigung wirksam – ob sie rechtens ist oder nicht.

Liegt der Kündigungsgrund in der Person oder dem Verhalten des Arbeitnehmers, so muss der Arbeitgeber beweisen, dass der Kündigungsgrund tatsächlich vorliegt und dass er zudem eine außerordentliche Kündigung rechtfertigt. Liegt eine betriebsbedingte Kündigung vor und rügt der Arbeitnehmer die Sozialauswahl, muss er selbst darlegen, warum die Kündigung unwirksam ist.

Sie können die Kündigungsschutzklage entweder selbst bei dem zuständigen Arbeitsgericht erheben oder einen Rechtsanwalt damit beauftragen.

Ist Ihre Klage begründet, so stell das Gericht am Ende fest, dass das Arbeitsverhältnis fortbesteht. Scheitert die Klage hingegen, löst das Gericht das Arbeitsverhältnis auf.


Ihre Rechte bei einer Abmahnung

Eine Abmahnung ist für Betroffene sehr unerfreulich. Sie ergeht meist unerwartet und die Gründe sind zumeist nicht nachvollziehbar. So ist das Geschehen möglicherweise doch ganz anders abgelaufen, als es in der Abmahnung dargestellt wird. Haben Sie eine Abmahnung erhalten? Dann haben wir hier für Sie die wichtigsten Informationen zur Abmahnung zusammengestellt.

Was ist eine Abmahnung?

Bei einer Abmahnung handelt es sich um eine Disziplinarmaßnahme, die Arbeitgeber ergreifen, um ein bestimmtes Fehlverhalten ihrer Arbeitnehmer zu sanktionieren. Eine Abmahnung sieht nicht nur unschön in der Personalakte aus, sondern kann auch bei erneutem Fehlverhalten leichter zu einer Kündigung führen. Denn liegt der Grund für eine Kündigung in dem Verhalten einer Person, muss diese zunächst mindestens ein Mal, meist jedoch mehrmals, für das gleiche Verhalten abgemahnt worden sein. Hat man also eine oder mehrere Abmahnungen erhalten – berechtigt oder nicht –, steigt das Risiko, bei dem nächsten Fehltritt in den Augen des Arbeitgebers gleich die Kündigung zu erhalten.


Was kann ich gegen eine Abmahnung tun?

Eine Abmahnung gilt es zeitnah zu beseitigen, damit das Arbeitsverhältnis nicht dauerhaft beeinträchtigt ist und dadurch entstandene Konflikte aus der Welt geschafft werden können. Denn nicht selten ist eine Abmahnung gar nicht begründet, sondern entstand nur aus einem Missverständnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Ist dies der Fall, lässt sie sich mithilfe von Zeugen oder anderen Nachweisen oftmals schnell aus der Welt schaffen.

Aber auch andere Gründe können dazu führen, dass die Abmahnung rechtswidrig ist, beispielsweise, dass sie inhaltlich nicht hinreichend bestimmt ist. Das bedeutet, dass ihr genau zu entnehmen sein muss, aus welchem Grund sie erfolgt. Der Vorfall, auf den sie sich bezieht, muss genau beschrieben werden, inklusive Zeit und Ort.


Was kann ich tun, wenn mein Arbeitgeber die Abmahnung nicht zurücknehmen möchte?

Zeigt sich der Arbeitgeber nicht kooperativ, kann eine Abmahnung im schlimmsten Fall auch gerichtlich beseitigt werden. Denn ist eine Abmahnung nachweislich unbegründet, hat der

Arbeitnehmer einen Anspruch darauf, dass diese aus der Personalakte entfernt wird. Dann darf der Arbeitgeber diese im weiteren Arbeitsverhältnis, etwa bei einer beabsichtigten Kündigung, nicht mehr berücksichtigen.


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